Zum dritten mal in Folge müssen die Bundesliga-Handballerinnen des 1. FC Nürnberg am Sonntag auswärts antreten. Erneut führt die Reise weit in den Norden, denn das Gastspiel beim Buxtehuder SV steht auf dem Programm (21. September 2008, 15:00 Uhr, Schulzentrum Nord, Buxtehude).
FCN-Coach Csaba Szücs hofft dabei, dass sein Team an "die letzten 15 Minuten von Oldenburg" anknüpft. "Wir müssen unsere Chancenverwertung verbessern" fordert er von seinem Team, "das war in der ersten Halbzeit in Oldenburg noch nicht in Ordnung". Zudem müsse die Abwehr von Anfang an konsequent zupacken und die Lücken zuschieben. Die Absprachen passten bereits in der letzten Woche immer besser. Verbesserungspotenzial sei aber auch hier noch vorhanden.
Und auch im Angriff hofft der Trainer, dass seine Spielerinnen dort weitermachen, wo sie aufgehört haben. "Die Laufwege müssen noch besser passen". Variabel müsse man spielen und druckvoll. Denn der kommende Gegner Buxtehude besticht derzeit vor allem durch seine Defensivabteilung. Gerade einmal 22 Treffer ließ die 5:1-Variante der Norddeutschen gegen Oldenburg zu, gegen Trier waren es sogar nur 21. Und das obwohl Juniorinnen-Weltmeister-Coach Dirk Leun auf der Bank derzeit so einige personelle Rückschläge verkraften musste.
Vier Ausfälle von Stammspielerinnen hatte der BSV zuletzt zu beklagen. Nach Susanne Henze (schwanger), Nationalspielerin Isabell Nagel (Haarriss in Lendenwirbel) und Diane Lamein (Bänderriss im Handgelenk) gesellte sich nach dem Spiel gegen Oldenburg auch noch Linksaußen Katharina Schulz mit einem Abriss der Strecksehne des linken Ringfingers zum Buxtehuder Lazarett. Während Nagel, Henze und Schulz wohl noch länger ausfallen, hofft man beim BSV, dass Spielmacherin Diane Lamein bereits am Sonntag wieder ins Geschehen eingreifen kann.
Unterstützung hätte sie dann erstmalig auch aus Dänemark an ihrer Seite. Denn heute gab der Buxtehuder SV die Verpflichtung der 21-jährigen Rückraumspielerin Karina Madsen vom dänischen Zweitligisten Nordsülland bekannt. Madsen soll die Lücke schließen, die Isabell Nagels Verletzung hinterlassen hat und hat zunächst einen Vertrag bis zum EM-Pause Mitte November unterschrieben.
Nötig war die Verstärkung vor allem für den Buxtehuder Angriff, denn der war bisher noch das Sorgenkind. Gerade einmal 17 Treffer erzielten die Nordeutschen beim Saisonauftakt und unterlagen prompt trotz ihrer starken Abwehrleistung. Bereits vor Wochenfrist präsentierte sich das Team jedoch auch hier stark verbessert und gewann gegen den Playoff-Mitfavoriten Trier.
Doch FCN-Coach Szücs ist sich auch der Stärken seines Teams bewusst. Nur ein wenig geduldiger müsse man noch agieren. "Mit ruhiger Hand". Gerade gegen die 5:1-Abwehr des BSV müsse das Angriffsspiel noch präziser ausgeführt werden. Doch im Nürnberger Lager ist man sich sicher, in der vergangenen Trainingswoche wieder einen weiteren Schritt vorangekommen zu sein. Die Stimmung war gut nach dem Sieg in Oldenburg. Zudem nähert sich das erste Heimspiel in der kommenden Woche. "Die Mädels freuen sich darauf, das spürt man", so Szücs. Zunächst aber gilt die volle Konzentration Buxtehude. "Das ist der nächste Schritt."