Der Frankfurter HC bleibt die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga. Das Team von Trainer Dietmar Schmidt konnte gegen Bayer Leverkusen den dritten Sieg in Folge einfahren und führt damit die Tabelle an. Ganz unten steht dagegen der Thüringer HC, der im ersten Durchgang in Göppingen alles schuldig blieb. Auch Aufsteiger Dortmund steckt nach der Niederlage gegen Trier im Tabellenkeller. Die ambitionierten Blombergerinnen mussten eine klare Niederlage in Oldenburg einstecken, Meister Nürnberg zeigt dagegen weiter aufsteigende Form, diese ist auch nötig am Mittwoch schon wartet die nächste Nagelprobe gegen Trier. Die englische Woche bringt dabei einige weitere richtungsweisende Duelle.
Der Frankfurter HC ist perfekt gestartet. Mit 33:29 setzte sich das Team der beiden besten Bundesliga-Torschützinnen Franziska Mietzner und Anne Jochin gegen Leverkusen durch. "Uns ist es gelungen, Leverkusen mit seinen eigenen Waffen zu schlagen: Die aggressive Abwehr hat das Bayer-Spiel immer weder unterbrochen und unser erfolgreiches Konterspiel war die Basis für den Sieg", freute sich Dietmar Schmidt über den Auftritt seiner Truppe. Nach der ersten schnellen Führung waren die Gäste noch vor der Pause auf einen Treffer herangekommen, danach aber setzte Sich Frankfurt/Oder vorentscheidend auf 19:15 ab. Im zweiten Durchgang behielten die Gastgeberinnen die Initiative, Leverkusen konnte nicht mehr entscheidend verkürzen. "Wir hatten Phasen, in denen wir den Gegner durch eine hohe Fehlerquote quasi zum Tore werfen eingeladen haben", bilanzierte Renate Wolf und fügt an: "Frankfurt hat verdient gewonnen."
Von großer Bedeutung war auch das Aufeinandertreffen des VfL Oldenburg und Provital Blomberg-Lippe. Mit 29:23 konnte sich Oldenburg überraschend deutlich durchsetzen. "Wir haben nach vorne mit Risiko und Tempo agiert, waren physisch topfit und ausgeglichen", sagte VfL-Trainer Leszek Krowicki. Sein Team hatte besonders in der Abwehr den Gästen den Zahn gezogen, nach einem 19:19 Gleichstand marschierte Oldenburg davon. "Wir sind ins Klein-klein verfallen", monierte Rechtsaußen Sabrina Neukamp das schwache Spiel der Blombergerinnen in weiten Teilen der zweiten Halbzeit. Nach vier Toren in Folge hatte Oldenburg beim 23:19 die Weichen gestellt. "Jetzt sind wir mittendrin im Abstiegskampf", war Blombergs Trainer Andre Fuhr entsprechend bedient. "Das müssen wir den letzten bei uns im Kader aber noch klarmachen. Immer wenn es kritisch wurde, haben wir Fehler gemacht."
Mit viel Mühe konnte sich die DJK/MJC Trier den zweiten Sieg sichern. Beim 24:23 in Dortmund, der dritten Niederlage des Aufsteigers, hatte die Mannschaft von Ildiko Barna bereits früh die Initiative übernommen, konnte aber erst unmittelbar vor der Pause mehr als zwei Treffer Vorsprung herausarbeiten. Das 10:14 zum Seitenwechsel baute Trier weiter aus, nach dem 13:18 durch Nadja Nadgornaja schien der Sieg fast schon sicher. Dann aber hatte Dortmund einen 5:1 Lauf, Trier begann zu zittern und erst der Treffer von Silvia Solic zum 18:20 brach den Bann. Bis zum Abpfiff musste Trier rackern, Dortmund kämpfte um den Anschluss, stand aber letztlich mit leeren Händen da. "Wir haben das Spiel in eigener Überzahl in der ersten Halbzeit verloren", stellte ein enttäuschter Dieter Trippen fest. Ildiko Barna war unterdessen glücklich: "Ich freue mich total über die zwei Punkte, auch wenn wir im Angriff zu viele technische Fehler gemacht haben und unsere Führung zu schnell verspielt haben."
Wie Dortmund ist auch der Thüringer HC noch ohne Punkte in der aktuellen Spielzeit. Bei Aufsteiger Frisch Auf Göppingen setzte es beim 23:30 die dritte Niederlage. Bis zum 3:3 spielten die Gäste mit, danach riß der Faden. Bis auf 16:6 eilte Göppingen davon und profitierte dabei besonders von Alena Vojtiskova (8 Tore). "Wenn wir so wie heute werfen, können wir natürlich kein Spiel gewinnen", war THC-Trainer Dago Leukefeld enttäuscht. Seine Angreiferinnen scheiterten immer wieder an Alexandra Meisl im Tor der Gastgeberinnen, die ehemalige Nationalkeeperin war auch im zweiten Durchgang Garant dafür, dass am Sieg des Aufsteigers keine Zweifel aufkamen.
Zum zweiten Mal geschlagen geben musste sich der BSV Buxtehude, der dem deutschen Meister 1. FC Nürnberg 25:29 unterlag. Verstärkt durch den dänischen Neuzugang Karina Madsen ging Buxtehude 2:0 in Front und blieb lange Zeit am Drücker. Die zurückgekehrte Spielmacherin Diane Lamein traf zum 11:9. Danach legten die Gäste zu, Ania Rösler hatte pünktlich zur Pause die erste Führung für den FCN erzielt. Buxtehude konnte nun dem verbesserten Tempospiel der Nürnbergerinnen nicht mehr genügend entgegensetzen, schnell setzte sich das Team von Csaba Szücs auf 13:17 ab und war beim 14:20 auf der Siegerstrasse. "Wir haben heute nicht schlechter gespielt als beim Sieg in Trier, aber wir hatten einen besseren Gegner", gestand Buxtehudes Coach Dirk Leun die Niederlage ein.
Mit der Partie Leipzig gegen die Rhein-Main Bienen ging der Spieltag am Sonntag zu Ende. Leipzig setzte sich mit 29:27 durch, hatte dabei aber mehr Mühe als erwartet. Die ehemalige Leipzigerin Katja Langkeit brachte die Gäste vom Untermain vor 1.837 Zuschauern mit 2:3 in Führung und traf auch zum 6:6. Danach scheiterte die Linksaußen bei einem Siebenmeter, Leipzig setzte sich erstmals auf 10:6 ab. Das Team von Trainer Raul Alonso kämpfte weiter, verkürzte auf 9:8, war beim Seitenwechsel allerdings wieder mit 15:11 ins Hintertreffen geraten. Als Mette Ommundsen zum 20:15 traf, schien Leipzig, auch dank der Paraden der starken Katja Schülke, das Spiel im Griff zu haben. Aber drei Treffer in Folge brachten die Bienen auf 26:24 heran. Bis zum Abpfiff blieb es eng und spannend, am Ende konnte der HCL aber den zweiten Sieg in zweiten Spiel feiern. "Das war heute ein ganz klarer Arbeitssieg von uns", bilanzierte HCL-Spielerin Natalie Augsburg.