1. FCN Nürnberg : Nürnberg srtzt sich gegen Blomberg durch

_POSTEDBY jhollaender (jhollaender) on Tuesday, 30. September 2008
1. FCN Nürnberg

Erneut boten die Bundesliga-Handballerinnen des 1. FC Nürnberg Höchstspannung bis zum Schluss. Und erneut hatten sie in buchstäblich letzter Sekunde das bessere Ende für sich. Durch einen Siebenmeter von Ania Rösler gewann das Team von Csaba Szücs gegen ProVital Blomberg-Lippe mit 33:32 (18:15).

Zum ersten Mal in dieser Saison gelang es den Nürnbergerinnen diesmal angeführt von einer enorm treffsicheren Ania Rösler von Anfang an in Führung zu gehen. Nur beim 2:3 legte kurzzeitig Blomberg vor, ansonsten war die Anzeigentafel fest in Nürnberger Hand. Absetzen konnte man sich jedoch nicht. Speziell Michaela Seiffert - mit 14 Treffern beste Werferin der Partie - war mit ihren platzierten Fernwürfen weder von Abwehr noch von Torhüterin Jana Krause in den Griff zu bekommen. Zudem gelang es Blomberg immer wieder seine Kreisläuferin in Szene zu setzen, die oftmals nur strafwurfwürdig zu stoppen war.

Doch die Nürnberger Antwort auf Blomberger Tore erfolgte auf dem Fuße. Per schneller Mitte und mit hohem Tempo legten die FCN-Mädels immer wieder ein bis zwei Treffer vor. Selbst in Unterzahl und obwohl man kurzzeitig eine Schrecksekunde zu verkraften hatte, als Franziska Beck verletzungsbedingt mehrere Minuten behandelt werden musste. Wenig später war sie jedoch wieder mit von der Partie. In der Zwischenzeit war eine weitere der jungen Wilden des neuen FCN in die Bresche gesprungen: Beate Scheffknecht nutzte ihre Einsatzzeit zum ersten Bundesliga-Tor.

Bereits früh deutete sich an, dass es aufgrund des insgesamt hohen Spieltempos kein Spiel der Abwehrreihen werden würde. Eine wahre Torflut kündigte sich an. Und zunächst sah es so aus als würde dies den Nürnbergerinnen besser liegen. Denn kurz vor der Pause gingen sie beim 18:15 zum ersten Mal mit drei Treffern in Führung.

Doch Blomberg gab nicht auf, hielt selbst weiterhin das Tempo hoch und hoffte wohl, dass der Club mit seinem dünnen Kader irgendwann einbrechen würde. Diese Rechnung schien zunächst auch aufzugehen. Beim 21:20 war ProVital wieder dran. Und hätte der FCN mit seiner unglaublichen kämpferischen Einstellung nicht in Unterzahl zwei weitere Treffer erzielt, hätte wohl die einstige HSG bereits jetzt eine Zeitstrafe gegen Ania Rösler zum Ausgleich genutzt.

So dauerte dies noch bis zum 24:24 (42.). Kurz darauf brachte Mirja Mißling ihr Team beim 24:25 erstmals seit dem 2:3 wieder nach vorn. Zwar gelang es den Nürnbergerinnen in Überzahl zunächst, diesen Angriff noch einmal abzuwehren und sie legten wieder mit 26:25 vor. Doch beim 28:29 führte nach vier Treffern der überragenden Michaela Seiffert wieder Blomberg.

Angetrieben von der tollen Stimmung um die FCN-Ultras glichen die Club-Mädels zunächst zwar immer wieder aus, doch wie im ersten Durchgang Nürnberg hielten nun die Gäste ihre knappe Führung erst mal aufrecht. Doch immer besser griff die Abwehrumstellung der Nürnbergerinnen. Wie bereits am Mittwoch hatte Csaba Szücs Sara Walzik auf die vorgezogene Abwehrposition beordert, Linda Jäger ersetzte die mit bereits zwei Zeitstrafen belastete Kerstin Wohlbold in der Abwehr. Und wer gegen Trier in der Halle war wusste, dass die Messe nun zweieinhalb Minuten vor dem Ende noch längst nicht gelesen war.

Nach dem Ausgleich von Franziska Beck zum 30:30 (58.) eroberte sich der FCN sofort den Ball zurück und Csaba Szücs nutzte sein Team-Timeout um die Mannschaft für die letzten zwei Minuten noch einmal einzuschwören. Spätestens jetzt hielt es keinen mehr auf seinem Sitz. Die gesamte Halle stand auf und sorgte mit lautstarker Unterstützung in der furiosen Schlussphase für Gänsehaut-Feeling pur. Die Treffer fielen nun im Sekundentakt. Zweimal brachte Katrin Engel ihre Farben wieder in Führung, doch Olympiateilnehmerin Neukamp und natürlich Seiffert glichen zweimal wieder aus.

Doch wie am Mittwoch setzte den entscheidenden Schlusspunkt wieder Nürnberg.
Mit ihrem achten verwandelten Siebenmeter behielt FCN-Kapitän Ania Rösler bis zum Schluss die Nerven und erzielte das entscheidende 33:32. Den letzten Vorstoß der Blombergerinnen stoppte Kerstin Wohlbold auf Kosten ihrer dritten Zeitstrafe. Der folgende direkte Freiwurf landete in der Nürnberger Mauer und löste nun endgültig einen wahren Jubelsturm aus.

1. FC Nürnberg:
Krause, Gubova;
Schorradt, Scheffknecht (1), Rohde (6), Walzik (2), Jäger, Gebhard, Wohlbold (5), Rösler (12/8), Beck (3), Engel (4/1).

Siebenmeter: 10/9:7/5
Zeitstrafen: acht zu zwölf Minuten
Rote Karte: Kerstin Wohlbold (FCN/60. wegen ihrer dritten Zeitstrafe)
Schiedsrichter: Andreas und Marcus Pritschow.