Handball Bundesliga Frauen : Göppingen überrascht weiter

_POSTEDBY jhollaender (jhollaender) on Wednesday, 01. October 2008
Handball Bundesliga Frauen

Frisch Auf Göppingen bleibt weiter der Überraschungstabellenführer der Bundesliga. Nach dem Sieg gegen die Rhein-Main Bienen konnte auch der Erfolg des VfL Oldenburg gegen Leverkusen den Aufsteiger nicht von der Spitze verdrängen. Der VfL konnte seine starke Form gegen den letztjährigen Meisterschaftshalbfinalisten untermauern. Punktlos und glücklos musste unterdessen der Thüringer HC aus Buxtehude abreisen. Sieben Treffer Vorsprung im zweiten Durchgang reichten nicht, Buxtehude drehte das Spiel. Aus der Spur geraten ist auch der Frankfurter HC, der unerwartet gegen Dortmund verlor und so zwei Mal in Folge unterlag. Mit Trier gegen Leipzig wird der Spieltag am Dienstag komplettiert, am Mittwoch filgt mit der Partie Rhein-Main Bienen gegen Oldenburg bereits das erste Spiel des sechsten Spieltags.

Frisch Auf Göppingen schaut sich die erste Liga weiter von der Spitze an. Im Duell gegen die Rhein Main Bienen setzte sich der Aufsteiger mit 36:28 durch. Bis zum 7:9 behielten die Gäste im Frisch Auf-Ausweichquartier in Wernau die Initiative. Immer wieder hatte der schnelle Überlaufangriff der Bienen zu Treffern geführt. Allerdings konnte auch Göppingen zunehmend mehr Treffer aus der schnellen Mitte oder dem Konter setzen, das Spiel nahm an Tempo zu. Verena Breidert glich zum 10:10 aus und die gleiche Spielerin legte auch das 13:11 nach. Beide Mannschaften waren in dieser Phase gleichwertig, allerdings hatte Göppingen dann den besseren Start in den zweiten Durchgang. Zunächst zwei, dann vier Tore Vorsprung sorgten für die erste Weichenstellung in Richtung Sieg. Als Femke Verboven zum 25:19 traf, war die Vorentscheidung gefallen. Die Gäste fanden im Angriff keine Mittel mehr, um sich erfolgreich in Szene zu setzen, eine Wende schaffte das Team von Trainer Raul Alonso nicht mehr.

Einen unerwarteten Dämpfer musste unterdessen der Frankfurter HC gegen Dortmund hinnehmen. Mit dem 31:36 unterlag das Team von Dietmar Schmidt zum zweiten Mal in Folge. Der Start gelang den Oderstädterinnen noch, dann aber kamen die Gäste immer besser auf. "Uns sind zu viele einfache Fehler unterlaufen, wir haben in der Abwehr schlecht gestanden und viel zu viele Chancen ausgelassen", bemängelte Schmidt. Dortmund glich zum 12:12 aus und behielt die Vorderhand. Tessa Cocx legte sogar auf fünf Tore vor und diesen Führung gab die Borussia in der Folge nicht mehr ab. "Wir waren hier heute kämpferisch und taktisch von der ersten Minute an präsent", freute sich ihr Trainer Dieter Trippen. Mit einigen taktischen Umstellungen riskierte der FHC noch einmal alles, konnte den BVB aber nicht mehr in Gefahr bringen. "Dieser Sieg heute war psychologisch wichtig für die Mannschaft", freute sich Trippen über die ersten Punkte seines Teams.

Der deutsche Meister Nürnberg tut sich unterdessen weiter schwer. Erst ein Siebenmeter von Ania Rösler brachte dem FCN unter den Augen von Bundestrainer Armin Emrich das 33:32 gegen Provital Blomberg-Lippe. Duplizität der Ereignisse: Hatte in der Vorwoche Rösler den Gegentreffer nach einer Last-Second-Führung verhindert, so war es diesmal Kerstin Wohlbold, die mit einem taktischen Foul den Sieg sicherstellte. Bis dahin hatte Nürnberg allerdings schwere Arbeit mit den Gästen, die beim 2:3 und 9:10 kurzzeitig in Front lagen und ansonsten immer auf Tuchfühlung blieben. Das Spiel hatte reichlich Tempo, absetzen konnte sich allerdings keine Mannschaft. Erst beim 18:15 durch Rösler hatte Nürnberg etwas Luft gewonnen, wenig später war Blomberg allerdings wieder dran und ging durch Mirja Mißling mit 24:25 in Führung. Der FCN stellte um und legte den Blomberger Rückraum erfolgreich lahm. Die vierzehnfache Torschützin Michaela Seiffert traf zum 32:32 - Blomberg hoffte auf einen Punkt, doch Ania Rösler setzte den Siegtreffer für die Gastgeberinnen.

Mit Bayer Leverkusen schwächelt derzeit ein weiterer Titelkandidat. "Die zweite Halbzeit war einfach desolat", schüttelte Trainerin Renate Wolf den Kopf. Mit 27:32 hatte ihr Team gegen Oldenburg verloren. Dabei hatte es gut angefangen für die Gäste, die mit einer starken Defensive Oldenburg erschütterten, sich aber nicht absetzen konnten. Ines Gümmer glich zum 8:8 aus, der VfL war im Spiel angekommen. "Gegen diese Leverkusener Deckung muss man beweglich spielen", sagte Nationalspielerin Angie Geschke. "Wir haben etwas gebraucht, bis wir das so gemacht haben." Als die Gastgeberinnen dann das richtige Rezept hatten, zerbröselte Leverkusen von Minute zu Minute. Über 19:16 und 26:21 zog das Team von Trainer Leszek Krowicki davon, Haege Fagerhus traf gar zum 30:22 und besiegelte die zweite Niederlage Leverkusens in Serie. "Die Art und Weise unseres Spiels hat Spaß gemacht", bilanzierte ein zufriedener Krowicki, der sich mit dem VfL über Platz zwei freuen kann.

Ganz und gar nicht zufrieden haben die Spielerinnen des Thüringer HC die Heimreise aus Buxtehude angetreten. Zwischenzeitlich standen alle Zeichen auf dem ersten Sieg der Gäste, ehe Kaja Schmäschke mit dem 29:28 Siegtreffer alle Hoffnungen der Gäste jäh beendete. "Buxtehude hat sich durch unheimliche Moral im zweiten Abschnitt den Sieg erarbeitet", erkannte THC-Trainer Dago Leukerfeld nach dem Spiel: "Wir haben beide Halbzeiten konzentriert begonnen und zweimal souverän geführt. Danach hat meine Mannschaft besonders im Angriff jegliche Vorgaben vergessen und sich somit um den Sieg gebracht." Bis auf sieben Treffer Vorsprung (15:22, 39.) schraubte der THC seinen Vorteil, ehe die Gastgeberinnen zurück kamen. Diane Lamein glich zum 23:23 aus, Maxi Hayn traf jeweils zur Führung ehe dann Kaja Schmäschke 24 Sekunden vor dem Ende die fünfte Niederlage der Gäste besiegelte.