Handball Bundesliga Frauen : Bundesliga sorgt weiterhin für Überraschungen - Deutsche Teams international auf gutem Weg

_POSTEDBY jhollaender (jhollaender) on Tuesday, 07. October 2008
Handball Bundesliga Frauen

Die Bundesliga bleibt weiterhin für Überraschungen gut, der Thüringer HC landete den ersten Saisonsieg ausgerechnet gegen Meister Nürnberg, Dortmund sicherte sich im Duell der Aufsteiger gegen das bisherige Überraschungsteams aus Göppingen ein Unentschieden, Blomberg wahrte seinen Heimnimbus gegen Trier und Leverkusen fand gegen Buxtehude zu alter Stärke zurück. International reichte dem HC Leipzig ein zweiter Platz beim Qualifikationsturnier in Spanien nicht, trotz Siegen gegen Ausrichter Itxako und den griechischen Vertreter wurde dem deutschen Vizemeister eine Niederlage gegen das kroatische Spitzenteam Podravka Vegeta Koprivnica zum Verhängnis. Für die nächste Runde des EHF-Cup können unterdessen auch der VfL Oldenburg und der FHC Frankfurt/Oder planen, denen im Hinspiel vor heimischer Kulisse Kantersiege gelangen. Für den Großteil der Zweitligisten stand unterdessen die 3. Runde im DHB-Pokal auf dem Programm.

Frisch Auf Göppingen bleibt an der Spitze der Bundesliga. Dazu reichte im direkten Aufeinandertreffen der beiden Aufsteiger ein 25:25 Unentschieden beim BVB Dortmund. Die Gäste legten mit einem selbstbewussten Blitzstart ein 1:5 vor, ehe Dortmund langsam im Spiel ankam. Svenja Spriestersbach sorgte für den 5:6 Anschluss, ehe Göppingen noch einmal vier Tore Vorsprung herauswerfen konnte. Es sollte bis zur vorletzten Spielminute dauern, bis der BVB ein Unentschieden markieren konnte, das 25:25 durch Miranda Robben sollte dabei auch das letzte Tor der Partie sein. Nach dem Sieg in Frankfurt/Oder bestätigte Dortmund seinen Aufwärtstrend. "Kompliment an meine Mannschaft, sie hat sich immer wieder zurückgekämpft, hat nie aufgesteckt. Dieser Punkt ist wirklich verdient", so BVB-Coach Dieter Trippen.

Die DJK/MJC Trier hat es unterdessen verpasst, an die Spitze der Tabelle zu springen. Mit 22:28 musste sich das Team von Trainerin Ildiko Barna in Blomberg geschlagen geben. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte, in der Provital Blomberg-Lippe erst gegen Ende eine zwei-Tore-Führung herausarbeiten konnte, kam im zweiten Durchgang mehr Tempo ins Spiel. Michaela Seiffert traf zum 18:14 und hatte damit ihrem Team etwas Luft verschafft, Mirja Mißling erhöhte dann vorentscheidend auf 22:15. "Nach der Pause hat Blomberg unsere Fehler mit Gegenstößen bestraft. Wir haben uns in Einzelaktionen verzettelt", beobachtete Ildiko Barna, wie ihr Team den Anschluss verlor. Die Gastgeberinnen kontrollierten nun das Geschehen, Sabrina Neukamp traf im Doppelpack zum 27:19 und sorgte damit endgültig für den dritten Saisonsieg der Blombergerinnen, die vor heimischem Publikum weiterhin ungeschlagen sind.

Zurück in der Erfolgsspur ist Bayer Leverkusen. Mit 34:24 setzte sich das Team, das zuletzt drei Niederlagen in Folge kassiert hatte, gegen Buxtehude durch und feierte damit den zweiten Saisonsieg. Die Leverkusener Deckung stand sicher und sorgte für eine solide Grundlage, allerdings war dem Team von Trainerin Renate Wolf die Verunsicherung deutlich anzumerken: Es gelang nicht, sich deutlicher abzusetzen. Erst im zweiten Durchgang marschierte Leverkusen davon. "Wir haben im zweiten Durchgang eine katastrophale Offensivleistung gezeigt, Leverkusen war mental einfach besser", gestand BSV-Trainer Dirk Leun ein. Das 25:14 durch die zwölffache Torschützin Yvonne Fillgert war längst die Entscheidung, zwei Treffern der Gäste standen neun der Gastgeberinnen entgegen. "Für uns war es ungewohnt, dort unten zu stehen und deshalb war es wichtig, über den Kampf ins Spiel zu kommen. Wir haben im Gegensatz zu den letzten Spielen dann auch die klaren Chancen genutzt", bilanzierte Renate Wolf.

Den ersten Saisonsieg konnte auch der Thüringer HC feiern - ausgerechnet gegen den amtierenden Meister: Mit 32:31 war der THC gegen den 1. FC Nürnberg erfolgreich. Mit Rückkehrerin Nadine Härdter startete der Gastgeber mental stabiler als zuletzt und hielt von Beginn an mit dem deutschen Meister Schritt, auch dank der Paraden von Michaela Schanze. Das Spiel war eng, erst beim 14:10 hatte der THC eine deutliche Führung herausgeworfen. Doch noch vor der Pause kam Nürnberg zurück, Ania Rösler traf zum 15:16. Der THC ließ sich nicht erschüttern, Zug um Zug kämpfte das Team von Dago Leufeld jetzt Nürnberg nieder. "Was einige meiner Spielerinnen heute geboten haben, dafür habe ich höchsten Respekt", so Leukefeld. Bis der Sieg feststand, musste der Trainer noch einige bange Minuten überstehen, drei Minuten vor dem Abpfiff hatte Franziska Beck das 31:31 erzielt, eine Minute später traf Daniela Noveska zum Siegtreffer der Gastgeberinnen. "Wir hatten heute vor allem Probleme mit unseren eigenen Fehlern", stellte Nürnbergs Coach Csaba Szücs fest. Die Niederlage war nach einem finalen Pfostentreffer perfekt.

Auf internationaler Ebene gab es unterdessen kein Happy-End für den HC Leipzig. Der deutsche Vizemeister ist beim Qualifikationsturnier zur Champions League im spanischen Estella gescheitert. Einem 27:26 Auftaktsieg gegen den griechischen Meister AC Ormi-Loux Partras folgte eine entscheidende 32:36 Niederlage gegen Podravka Vegeta aus Kroatien. "Podravka war einfach abgezockter, uns unterliefen zu viele individuelle Fehler", sagte HCL-Manager Kay-Sven Hähner. Der abschließende 28:24 Sieg gegen den spanischen Gastgeber Itxako Estella bescherte dem HCL den zweiten Platz und damit einen Startplatz im EHF-Pokal. Für den deutschen Meister 1. FC Nürnberg brachte die Qualifikation unterdessen den französischen Vertreter HB Metz als vierten Gegner.

Vor dem Einzug in die nächste Runde des EHF-Pokals stehen auch der VfL Oldenburg, der vor heimischem Publikum ein 36:25 (20:15) gegen Spono Nottwill aus der Schweiz vorlegte, und der FHC Frankfurt/Oder. "Mit der ersten Hälfte kann ich nicht zufrieden sein. Nach der Pause haben wir aber engagierter gespielt und in der Deckung besser gearbeitet", so Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki, der auch den Gegner lobte: "Spono hat sehr guten Handball gezeigt, wir werden uns auf die zweite Partie gut vorbereiten müssen. Mit elf Toren Differenz zu gewinnen, ist aber international ein sicher gutes Ergebnis." Zufrieden zeigte sich nach einem deutlichen 38:23 (20:11) auch FHC-Coach Dietmar Schmidt: "Nach den zwei Niederlagen in der Bundesliga hatten wir einiges gutzumachen. Nach fünfzehn Minuten ist es uns gelungen, uns frei zu spielen. Danach konnten wir Vilnius unter Druck setzen und am Ende hat die Kraftfrage für uns gesprochen." Seine Gegenüber Laima Kavaliauskiene stellte ernüchtert fest: "Das Ergebnis sagt eigentlich alles aus. Ich wusste, dass wir hier nicht gewinnen können, aber ich hatte nicht gedacht, dass der Unterschied zu den Frankfurterinnen so groß ist."

Der Spielbetrieb in den 2. Bundesligen ruhte unterdessen an diesem Wochenende, stattdessen stand die 3. Runde im DHB-Pokal auf dem Programm. Fast durchgehend konnten sich dabei die Favoriten durchsetzen, Zweitligateams scheiterten so beispielsweise nur in internen Duellen. Die im Lostopf verbliebenen Teams schauen nun am Mittwoch gebannt nach Hildesheim, wo um 13 Uhr die nächste Runde des Pokalwettbewerbs ausgelost werden wird. Im Topf befinden sich dann erstmals auch die Erstligisten.