Die nächste Auswärtsaufgabe steht für die Elfen bevor. Nach dem 28:26 Erfolg beim amtierenden Pokalsieger Leipzig, muss das Team von Trainerin Renate Wolf bereits am Samstag Abend um 19 Uhr beim Meister Nürnberg antreten. Erneut eine schwierige, aber keine unlösbare Aufgabe, denn schon die Trierer Miezen konnten schon einen Punkt in der Halle am Berliner Platz angeln. „Wir fahren nach den letzten Erfolgen selbstbewusst nach Nürnberg und wollen versuchen das Spiel zu gewinnen“, so Trainerin Renate Wolf.
In der Tabelle nimmt der Club aktuell lediglich den zehnten Platz ein. Da dem Team wegen Fristversäumnissen im Lizenzierungsverfahren vier Pluspunkte abgezogen wurden, hat der Meister lediglich drei Zähler auf dem Konto. Neben dem Punktverlust gegen Trier verlor man auch zum Ligastart gegen Aufsteiger Göppingen, sowie am letzten Wochenende beim bis dahin punktlosen Thüringer HC. Auf der anderen Seite stehen aber auch Auswärtserfolge in Oldenburg und Buxtehude, sowie ein Heimsieg gegen Blomberg-Lippe auf der Habenseite.
Mit jeweils drei Spielerinnen, Clara Woltering pausiert, stellen beide Mannschaften beim World-Cup in Aarhus das größte Kontingent für die deutsche Nationalmannschaft ab. Torgefahr strahlt beim Club vor allem immer wieder Ania Rösler auf, die derzeit mit 49 Treffern, 23 davon durch Strafwürfe, auf Rang zwei der Rangliste steht.
Beste Feldtorschützin bei den Fränkinnen ist aber die im rechten Rückraum heimische Christina Rohde. Die ehemalige Teamkollegin von Lyn Byl in Lübeck traf bislang 34 mal ins gegnerische Tor. Auch in der Defensive spielt Ania Rösler eine wichtige Rolle, denn gemeinsam mit Spielgestalterin Kerstin Wohlbold steht die Rückraumspielerin aktuell ganz weit in der Sünderstatistik der HBVF.
Beide Fakten sind aber auch dem extrem kleinen Kader geschuldet, mit dem Trainer Csaba Szücs, der den langjährigen Erfolgscoach Herbert Müller beerbte, in dieser Spielzeit auskommen muss. Noch vor dem Saisonstart verletzten sich die beiden eingeplanten Kreisläuferinnen Franziska Garcia-Almendaris (Kreuzbandriss) und Christina Stockhorst (Mittelhandbruch), so dass derzeit Flügelspielerin Sara Walzik gemeinsam mit Jugendspielerin Tanja Schorradt dort aushelfen muss. Nürnberg bemüht sich derzeit um die Verpflichtung der Rumänin Ramona Dragan, doch die 24-jährige kommt vermutlich am Samstag noch nicht zum Einsatz, da noch Formalitäten mit den entsprechenden Behörden zu klären sind.
Die Startformation stellt sich derzeit in Nürnberg fast schon von selbst auf. Da Walzik am Kreis agiert, kommt Franziska Beck am linken Flügel zum Einsatz. Neuzugang Katrin Engel (Hypo Niederösterreich) agiert demnach auf Rechtsaußen, während im Rückraum eben Rösler, Wohlbold und Rohde zum Zuge kommen. Lediglich im Tor hat Szücs die Wahl zwischen Nationalkeeperin Jana Krause und der erfahrenen Marianna Gubova.
Die Elfen wollen an die Leistungen der beiden letzten Partien anknüpfen, in der die Deckung zwar „hart, aber fair“ zu Werke ging. Lediglich zwei Zeitstrafen kassierte die Mannschaft von Renate Wolf in den letzten 120 Minuten. Ein Beleg für die Qualität, die die Elfen gerade im Abwehrverhalten zeigten. In letzter Zeit überraschte Wolf mit Anna Loerper im rechten Rückraum. „Es ist immer gut über mehrere Optionen zu verfügen“, so die Trainerin.