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An einem großen Erfolg vorbeigeschrammt istder HC Leipzig. Die Mannschaft von Trainer Heine Jensen besiegte im Rückspiel des EHF-Cups die Spanierinnen von Itxako Estella mit 26:25, die Hypothek der hohen Hinspielniederlage konnte der HCL allerdings nicht ausgleichen. Im ersten Durchgang konnte Estella sich eine eigenen Führung erarbeiten, doch Leipzig blies im zweiten Abschnitt noch einmal zur Attacke. Die Hypothek aus dem Hinspiel und der ersten Halbzeit war aber zu hoch, dennoch feierten 7.045 Zuschauer in der ausverkauften Arena ihre Mannschaft. "Es war eine tolle EC-Reise in diesem Jahr. Wir arbeiten weiter hart, damit wir dieses Erlebnis noch einmal haben werden. Jetzt konzentrieren wir uns aber auf die Meisterschaft, damit wir noch einen Titel holen", schaute Heine Jensen schon einmal auf die bevorstehenden Finals gegen Bayer Leverkusen voraus. Den Titel verpasste auch der Thüringer HC im Rückspiel des Challenge Cups. Die Mannschaft von Trainer Dago Leukefeld unterlag wie schon im Hinspiel den Gegnerinnen aus Nimes. Der THC, der erst unmittelbar vor dem Spiel vom nachträglich sichergestellten Klassenerhalt in der Bundesliga aufgrund des Rückzuges des FC Nürnberg erfahren hatte, lag bereits mit 7:4 in Front, ehe sich im weiteren Spielverlauf die höhere physische Präsenz der Gäste auswirkte. Das Spiel blieb weitgehend ausgeglichen, bis am Ende Nimes die Führung ausbauen konnte und sich mit dem 30:25 Sieg den Titel sicherte. "Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen, wir haben alles gegeben, aber nach so schweren Wochen und den ganzen Verletzungen ist meinen Spielerinnen dann auch die Kraft ausgegangen", zog Dago Leukefeld trotzdem ein positives Fazit. "Trotz der Niederlage können wir feiern", so Leukefeld nach der Partie an die gut 3.000 Zuschauer. Während der Thüringer HC feierte, flossen in Nürnberg die Tränen. Sportlich sicherte sich der entthronte Deutsche Meister mit einem 34:34 gegen ProVital Blomberg-Lippe noch die Teilnahme am Spiel um den fünften Tabellenplatz, doch das Sportliche war nur Nebensache. "Auslöser für die überraschende Insolvenz mitten in die Aufbruchsstimmung mit neuer Führungscrew und neuem Konzept waren Ansprüche der Verwaltungsberufsgenossenschaft, die noch aus der Ära Schelsky datieren", so der Verein am Freitag in einer Presseaussendung. Durch die Anmeldung der Lizenz verfällt der Lizenzantrag für die Bundesliga, der Thüringer HC verbleibt als Tabellenvorletzter in der obersten Spielklasse. Die Insolvenz hat weitere Folgen, der 1. FC Nürnberg verzichtete nach Absprache mit Frisch Auf Göppingen auf eine Ausspielung des fünften Platzes und in den 2. Bundesligen wird es zwischen Travemünde und Beyeröhde eine Relegation um den freigewordenen Platz gegeben. Der 1. FC Nürnberg hofft unterdessen im Nachwuchs- und Amateurbereich weiterzumachen, im Gespräch für die kommende Saison ist ein Start in der Bayernliga. Das Unentschieden gegen Blomberg wurde so nur zur Kulisse für einen traurigen Abschied. Der Frankfurter HC und Buxtehude trafen unterdessen im Platzierungsspiel um den Bronzerang aufeinander, der FHC musste dabei eine schmerzhafte 28:29 Heimniederlage einstecken. Den Start verpasste der Gastgeber, der schnell zurücklag und auch nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich nicht richtig ins Spiel fand. "Bei Mannschaften, die auf Augenhöhe agieren, auch wenn sie auf unterschiedliche Spielsysteme setzen, geben manchmal Kleinigkeiten den Ausschlag", analysierte FHC-Trainer Dietmar Schmidt, der allerdings einen heißen Tanz im Rückspiel ankündigte: "Es ist erst Halbzeit in diesem Duell, und wir werden alles versuchen, das Ding im Rückspiel noch zu drehen." Sein Kollege Dirk Leun, der sich acht Sekunden vor dem Abpfiff über den Siegtreffer von Isabel Nagel freuen konnte, ergänzte: "Wir haben heute glücklich, aber nicht unverdient gewonnen. Beide Mannschaften haben in dieser Saison mehr erreicht, als ihnen zugetraut wurde und verfolgen mit dem Setzen auf deutsche Nachwuchshoffnungen ein ähnliches Konzept." Frisch Auf Göppingen unterlag zwar in Oldenburg, schaffte aber trotzdem den Sieg in der Play-off Gruppe A. Die abschließende 24:27 Niederlage in Oldenburg reichte für den Aufsteiger, der beim VfL lange Zeit deutlich im Hintertreffen war. Beim 21:11 waren es gar zehn Treffer Differenz, danach aber fing sich Frisch Auf und arbeitete sich an die Gastgeberinnen heran. Einen Sieg mit vier Treffern Differenz hätte Oldenburg gebraucht, um Gruppensieger zu werden, angesichts der hohen Führung wurde der Pokalsieger allerdings nachlässig und ließ die Gäste herangekommen. Mit der siebten Feldspielerin auf dem Parkett holte Göppingen am Ende den entscheiden Siebenmeter heraus, den Aline dos Santos verwandelte und damit ihr Team auf Rang 1 der Gruppe A hievte. Aufgrund der Nürnberger Insolvenz wird die Partie um den fünften Platz dabei allerdings nicht mehr ausgespielt. Auch im Kampf um den Aufstieg in die 1. Bundesliga standen die Hinspiele der Finals an diesem Wochenende auf dem Programm. Der VfL Sindelfingen steht dabei unmittelbar vor dem Aufstieg in die erste Bundesliga. Mit 33:27 siegte der VfL beim Aufstiegsfinal-Hinspiel bei der HSG Bensheim-Auerbach und profitierte dabei vor allem von einer starken zweiten Halbzeit. Konnten die Bergsträsserinnen anfangs das Spiel mit viel Einsatz noch offenhalten, so setzte sich Zug um Zug die höhere Qualität des VfL durch, der erst vor dieser Spielzeit aus der Regionalliga in die zweite Liga Süd aufgestiegen war und nun vor dem Durchmarsch in die Bundesliga steht. Deutlich knapper ging es im zweiten Aufstiegsfinale zwischen dem SC Markranstädt und dem SVG Celle zu. 29:27 trennten sich beide Teams, ein Spiegelbild der weitgehend ausgeglichenen Leistungen der beiden Mannschaften. "Die Chancen im Rückspiel stehen jetzt 50:50", meinte SCM-Trainer Rüdiger Bones, der mit seiner Mannschaft nicht zufrieden war: "Wir haben Celle unnötig stark gemacht." Sein Gegenüber Martin Kahle war ebenfalls nicht restlos zufrieden, sondern hätte lieber ein besseres Ergebnis mitgenommen, schließlich führte der SVG lange Zeit. "Wir haben über weiter Strecken das gespielt, was wir spielten wollten", sagte Kahle, "doch dann haben wir nicht konzentriert weitergespielt und Markranstädt kam zurück in die Partie". Jubel gab es unterdessen bei vier deutschen Legionärinnen. Grit Jurack und Anja Althaus krönten sich dabei mit dem Sieg in der Champions League, ein umso unerwarteter Erfolg, hatte doch ihr Club Viborg HK das Hinspiel zu Hause gegen die Ungarinnen aus Györ verloren. Im Rückspiel drehte der dänische Meister dann allerdings auf, dominierte über weite Strecken die Partie und feierte in Györ den Triumph in der Königsklasse. "Jeder Titel ist anders, aber beide sind genial. Ich freue mich total. Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte Rekord-Nationalspielerin Jurack, die mit 113 Treffern Torschützenkönigin in der «Königsklasse» wurde. Und Althaus ergänzte: "Das ist der größte Moment meiner Karriere." Europäisch erfolgreich waren auch Maren Baumbach und Nadine Krause, die mit Kopenhagen den Europacup der Pokalsiegerinnen gewannen. Damit standen in allen europäischen Klub-Finals deutsche Mannschaften oder Spielerinnen. |