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By: jhollaender (jhollaender) 2009.05.11

"Wir haben dieses Jahr einige Tiefschläge einstecken müssen. Aber die Arbeit dieser tollen Mannschaft trägt nun Früchte", freute sich Leipzigs Trainer Heine Jensen über den zweiten Finaleinzug seines Teams. Nach dem Finale im EHF-Pokal erreichten die Leipzigerinnen auch das Finale um die Deutsche Meisterschaft. "Wir sind letztlich völlig verdient im Finale", erklärte Torfrau Katja Schülke, die in beiden Partien gegen Buxtehude großen Anteil an den Siegen hatte. "Wir müssen akzeptieren, dass Leipzig in beiden Spielen die bessere Mannschaft war", erkannte auch BSV-Trainer Dirk Leun an. Die 1.600 Zuschauer in Buxtehude hatten im Hinspiel am Donnerstag eine begeisternde Partie gesehen, die Gastgeberinnen hatten sich nach einem 8:14 wieder auf 12:14 herangekämpft und ließen sich auch vom 12:17 zur Pause nicht beeindrucken. Diane Lamein warf den Außenseiter beim 21:20 wieder in Führung, doch Schülke sorgte mit ihren Paraden dafür, dass am Ende Leipzig mit 30:29 siegte und so einen knappen Vorsprung mit in das Rückspiel vor heimischem Publikum nahm.

In der heimischen Arena Leipzig konnte der HCL auf die Unterstützung von 2.492 Zuschauern bauen, die allerdings einen nervösen Start beider Teams sahen. Die Führung wechselten zunächst häufig, als nach einer Viertelstunde Isabell Nagel für das 7:5 sorgte, lagen die Gäste in der Addition vorne. Doch Leipzig antwortete mit sechs Toren in Folge, Rückhalt war wieder eine gute Deckungsleistung und eine glänzende Katja Schülke im Tor. Leipzig behauptete die Führung und baute diese in den ersten Minuten des zweiten Abschnitts vorentscheidend auf 17:10 aus. Buxtehude mühte sich, beim 20:17 durch Jana Stapelfeldt betrug der Abstand nur noch drei Tore. Leipzig waren einige Zeitstrafen zum Verhängnis geworden, doch nun sollte eine Hinausstellung auf der anderen Seite die Vorentscheidung einleiten: Diane Lamein kassierte ihre dritte Zeitstrafe und sah die Rote Karte. In Überzahl verwandelte Mette Ommundsen zwei Strafwürfe und Kudlacz legte das 23:17 nach. Am Ende bejubelte Leipzig nach dem 28:25 den Finaleinzug. "Die spielen einen Traumhandball mit einer unglaublichen Moral", lobte Nationalspieler Dominik Klein aber die unterlegenen Buxtehuderinnen und auch BSV-Trainer Dirk Leun befand: "Insgesamt bin ich stolz auf meine Mannschaft."

Der Finalgegner der Leipzigerinnen wird noch gesucht, nach dem Hinspiel hofft dabei das Team aus Frankfurt/Oder auf den Coup, mit Bayer Leverkusen den Sieger der Hauptrunde aus dem Wettbewerb zu befördern. Erst im letzten Hauptrundenspiel hatte das Team von Dietmar Schmidt mit einem Sieg über den letztjährigen Meister Nürnberg den Einzug in die Play-offs perfekt gemacht, doch den Schwung aus dieser Partie hatten die Gastgeberinnen und die 1.600 Zuschauer mitgenommen. Leverkusen hatte zunächst die Führung übernommen, der FHC aber nachgezogen und so ging es mit einem 13:13 in den zweiten Abschnitt, in dem es bis zum 18:18 ausgeglichen blieb. Leverkusen fehlte nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Heike Ahlgrimm die ordnende Hand im Spiel, fünf Tore in Folge ließen Frankfurt/Oder davonziehen und brachten dem FHC mit dem 26:21-Endstand ein Fünf-Tore-Polster für das Rückspiel. "Wir haben heute ohne Außen gespielt und auch zu viele eigene Fehler gemacht", so Leverkusens Renate Wolf. Ihr Gegenüber Dietmar Schmidt freute sich unterdessen: "Die zahlreichen Fans in der Halle haben ein tolles Spiel erlebt, in dem wir den Kampf der Leverkusenerinnen angenommen haben". Von einer Vorentscheidung wollte Schmidt aber nichts wissen: "Natürlich wissen wir, wie schwer das Rückspiel in Leverkusen wird, aber wir werden um jedes Tor fighten."

In der Platzierungsrunde sahen die Zuschauer in Aschaffenburg eine dramatische Partie, die die Gäste aus Oldenburg ab der achten Minute ohne Haege Fagerhus absolvieren mussten. Fagerhus war nicht auf dem Spielberichtsbogen verzeichnet und musste die Partie in der Folge von der Tribüne aus verfolgen, da versehentlich Natalia Parchina für sie im 14er-Kader eingetragen worden war. Oldenburg führte dennoch wenig später mit 9:6, bevor die Gäste den Faden verloren. Ein 12:1-Zwischenspurt brachte die Rhein-Main Bienen mit 18:10 in Führung, vor allem die Deckung und Torhüterin Marion Fenn verdienten sich Bestnoten. Doch Oldenburg kam im zweiten Abschnitt wieder auf und Angie Geschke erzielte fünfzig Sekunden vor Spielende sogar den Ausgleich zum 33:33. Im folgenden Bienen-Angriff aber traf Halasova zum 34:33. Geschkes anschließender Treffer nach den Stationen Surkova und Kethorn wurde die Anerkennung verweigert. "Ich weiß nicht, ob der Ball vor der Sirene drin war, das ging alles viel zu schnell", sagte Geschke. Ähnlich äußerte sich Trainer Krowicki: "Das war ganz schwer zu entscheiden. Vermutlich haben die Zeitnehmer recht."

In der Parallelgruppe setzte sich Nürnberg mit 35:33 (16:15) in Trier durch. Der entthronte Meister, der unter der Woche ein Zukunftskonzept vorstellte, lag dabei zunächst zurück, glich dann aber durch die stark aufspielende Ania Rösler beim 6:6 aus. Die Führung wechselte in der Folge immer wieder und beide Teams boten sich einen offenen Schlagabtausch. Im zweiten Abschnitt konnte sich Nürnberg dann etwas absetzen, von 20:19 zogen die Gäste auf 26:19 davon und schienen noch beim 32:24 einem deutlichen Sieg entgegenzusteuern. Doch Trier gab sich nicht auf und startete eine Aufholjagd. Der Sieg der Nürnbergerinnen geriet allerdings nicht mehr in Gefahr, am Ende hieß es 35:33 für das Team von Csaba Szücs, der gar nicht wusste, wen er aus der Gesamtleistung der Mannschaft noch herausheben sollte. Nachdem er im Prinzip alle eingesetzten Spielerinnen aufgezählt hatte, lobte er dann doch "die geschlossene Mannschaftsleistung".

Gespielt wurden unterdessen auch die ersten Partien der Aufstiegs-Play-offs zur 1. Bundesliga. Die HSG Bensheim-Auerbach hat dabei bereits im Hinspiel die Weichen in Richtung Aufstiegsfinale gestellt. Mit 37:18 (17:10) setzte sich das Team um die achtfache Torschützin Edina Rott gegen die SGH Rosengarten durch, die als Aufsteiger im Norden überraschend den Einzug in die Play-offs geschafft hatte. Im Finale um den Aufstiegsplatz könnten die Bensheimerinnen auf Staffelkonkurrenten Sindelfingen treffen, der sich in Magdeburg mit 27:26 (15:13) durchsetzte. Mit einem Doppelschlag in der Schlußminute sicherte sich Sindelfingen am Ende nicht nur eine gute Ausgangsposition, sondern sogar einen Auswärtserfolg. Auswärts siegte auch der SC Markranstädt in der anderen Aufstiegsgruppe. Die zehn Tore der Grevenerin Daniela Oana übertrumpfte Dagmara Kowalska mit dreizehn Treffern beim 33:32 (15:14) Erfolg ihres Teams. Mit einer noch komfortableren Führung geht unterdessen der SVG Celle in das Rückspiel vor heimischem Publikum. In Weibern sicherte sich der Nordzweitligist, angeführt von der zwölffachen Torschützin Miranda Robben, einen 36:28 (17:15) Auswärtserfolg.

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