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By: jhollaender (jhollaender) 2009.05.30

Die Partie begann dem Anlass entsprechend mit einiger Nervosität auf beiden Seiten. Beide Mannschaften hatten ihre Mühe, die richtigen Mittel gegen die gut stehenden Deckungsreihen zu finden. Wie bereits im Halbfinale gegen den Frankfurter HC zeigte sich Bayers Denisa Glankovicova in einer Topverfassung. Die Slowakin agierte durchsetzungsstark und erzielte die ersten beiden Gäste-Treffer. Auch beim HCL zeigte sich mit Susann Müller eine Linkshänderin als treffsichere Vollstreckerin und traf zweimal.

Das in der neunten Minute erst das 2:3 fiel war vor allem den beiden Torhüterinnen Clara Woltering und Katja Schülke zu verdanken, die viele gute Torchancen zunichte machten. Erst nach vierzehn Minuten konnte Yvonne Fillgert vom linken Flügel zum 3:6 die erste größere Führung im Spiel erzielen. In der 18. Minute griff Renate Wolf dann auf Anna Loerper als Spielmacherin, die häufig zum Kreis auflöste, zurück. Die Elfen behaupteten ihre Führung, auch weil das Mittel mehrfach griff. Leipzig versuchte mit großer Laufbereitschaft Lücken in den Leverkusener Deckungsverbund zu reißen und hielt dadurch den Anschluss. Leverkusen wirkte insgesamt aber abgeklärter und wacher, nach Fillgerts viertem Treffer zum 6:9 (23.) nahm HCL-Trainer Heine Jensen seine Auszeit.

Im Angriff tat sich Leipzig weiterhin schwer, doch hinten steigerte sich der HCL noch einmal und verkürzte bis kurz vor der Pause den Rückstand so beim 8:10 auf zwei Tore. 25 Sekunden vor dem Ende nahm Renate Wolf noch einmal eine Auszeit, um den letzten Angriff der ersten Hälfte durchzusprechen. Die Gäste spielten den Angriff diszipliniert durch, lösten für Denisa Glankovicova auf und die Slowakin traf zum 8:11 Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel erwischte Leverkusen zunächst den besseren Start. Anna Loerper und Laura Steinbach schraubten schnell die Führung auf fünf Tore hoch, doch Leipzig stellte durch drei Treffer in Folge schnell den Anschluss wieder her. Vor allem Katja Schülke machte immer wieder beste Leverkusener Chancen zunichte und sorgte für den notwendigen Rückhalt, den der HCL nutzte um auszugleichen und durch Mette Ommundsen zum 15:14 (43.) sogar in Führung gehen.

Grund genug für Renate Wolf ihr Team zum Gespräch zu bitten. Beide Mannschaften leisteten sich weiterhin ihre Fehler, die in der Abwehr nicht eingesetzte Susann Müller übernahm nun im Angriffsspiel des HCL die Verantwortung und warf die Sächsinnen mit 17:15 (45.) in Führung. Die Elfen hielten jedoch den Anschluss, vor allem Laura Steinbach wurde nun immer wieder gesucht und in Position gebracht. Dank der Treffer der Nationalspielerin gelang es den Rückstand bei zwei Toren Differenz zu halten, ehe Maike Daniels in der Schlussminute aus der Hüfte das Tor zum 23:20 Endstand erzielte. Ein Ergebnis, dass für das Rückspiel die Chancen für beide Teams noch offen hält.

„Ich denke, wir haben ein sehr kampfbetontes Spiel gesehen“, sagte Renate Wolf nach dem Spiel. Die Leverkusener Trainerin haderte vor allem mit der mentalen Verfassung ihrer Mannschaft im zweiten Durchgang: „Wir haben uns heute mental etwas wegbrechen lassen, meine Mädels haben anscheinend vergessen, dass das wie im Europacup ist, hier muss man um jedes Tor kämpfen. Wir dürfen nicht so blind gegen die Leipziger Abwehr anrennen, ich habe nicht mitgezählt aber was wir im zweiten Durchgang in der entscheidenden Phase vergeben haben, war zu viel. Das darf uns nicht passieren, dass wir da so blind Bälle wegwerfen.“ Auch mit der Chancenverwertung haderte Wolf: „Wir haben es versäumt, die Chancen zu nutzen die wir erspielt haben, gerade von Außen. Der HCL hat das gut zu Gegenstößen umgemünzt, was zu Verunsicherung bei meinen Mädels geführt hat.“

„Ich kann mit dem Rückstand leben, in Leverkusen werden wir Gas geben“, zeigte sich Wolf schon wieder angriffslustig. Ihr Gegenüber Heine Jensen sagte: „Jede Mannschaft hatte ihre Halbzeit, die erste Hälfte war Leverkusens Halbzeit, die zweite war unsere. Es war wie erwartet ein enges Spiel, wir wussten dass heute noch nichts entschieden wird. Ich bin sehr zufrieden mit der Moral meiner Mannschaft, wir haben uns nach den fünf Toren Rückstand toll zurückgekämpft. Ich bin stolz auf meinen Mädels, dass sie sich so zurückgekämpft haben. Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, drei Tore Vorsprung sind nicht so schlecht.“

HC LEIPZIG - TSV BAYER 04 LEVERKUSEN 23:20 (8:11)

Leipzig:
Schülke, Milde
Stange 1, Ommundsen 6/2, Holmgren 4, Ulbricht, Augsburg 1, Daniels 1, Olsen, Eriksson 2, Kudlacz 1, Wiren, Müller 5, Urne 2

Leverkusen:
Woltering, Knipprath
Byl, Fillgert 5, Weigelt 1, Kocevska, Müller, Loerper 5/3, Bönighausen, Glankovicova 3, Schückler, Ahlgrimm 2, Steinbach 4, Meier

Schiedsrichter: Damian/Wenz
Zuschauer: 2896
Strafminuten: 4/2
Siebenmeter: 2/3 ; 3/3

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